„Sind brutal enttäuscht“: Spitzenreiter Braunschweig erteilt TSV Altenholz eine Lehrstunde
Kieler Nachrichten
Der TSV Altenholz hat im Spitzenspiel gegen den MTV Braunschweig nicht zu seiner Normalform gefunden und eine Enttäuschung verkraften müssen. Beim 26:31 mangelte es vor allem an Lösungen im Angriff. Trainer Torge Greve bemängelte zudem fehlende Energie. Dabei lagen die Wölfe zur Pause noch vorn.
War das die Vorentscheidung im Aufstiegsrennen der 3. Handball-Liga? Der TSV Altenholz hat sein Heimspiel gegen Spitzenreiter MTV Braunschweig trotz Halbzeitführung mit 26:31 (12:10) verloren. „Wir sind brutal enttäuscht“, sagte Noah Schwenke ein. Die Niederlage vor 322 Zuschauern in der Edgar-Meschkat-Halle offenbarte die Unterschiede zwischen den Wölfen und dem Titelfavoriten.
Auch TSVA-Trainer Torge Greve war nach der erst zweiten Heimniederlage sichtlich enttäuscht: „Kein Spieler hat heute zu seiner Normalform gefunden“, lautete seine Analyse. Und: „Wir haben es nicht geschafft, die nötige Energie ins Spiel zu bringen.“
Die ersten Wehrmutstropfen gab es für den TSVA schon vor dem Anwurf. Weil der THW Kiel zwei Stunden später im Nordderby gegen Flensburg-Handewitt antrat, blieben die Ränge in Altenholz deutlich leerer als gewohnt. Außerdem musste Greve auf Youngster Rasmus Ankermann verzichten, der für die Zebras auflief. Die Stimmung konnte sich dennoch sehen lassen – und erlebte in Minute fünf einen ersten Höhepunkt, als Wölfe-Torwart Tom Landgraf zum zweiten Mal spektakulär parierte.
Braunschweig versuchte sich immer wieder im Sieben-gegen-Sechs und bot den Gastgebern mit Abspielfehlern immer wieder Umschaltmomente. Doch früh zeigte sich das Altenholzer Manko dieses Abends: Beim Stand von 5:5 blockten zwei Braunschweiger kurz hintereinander Würfe auf das leere Tor (15.). Die Qualität der Abschlüsse ließ auf beiden Seiten zu wünschen übrig.
Gegen Mitte der ersten Hälfte schafften es die Wölfe, ihre Trefferquote zu erhöhen. Als Reaktion darauf meldeten die Gäste beim Rückstand von 7:9 ihr erstes Timeout an (22.). Greve, engagiert wie eh und je, sah auch danach eine kompakte Abwehrleistung seiner Mannschaft, die sich mit einer knappen 12:10-Pausenführung belohnte. Richtig einverstanden war Greve mit der Leistung seines Teams jedoch nicht. „Man hat gemerkt, dass wir nicht in unser Spiel kamen. Tom hält uns mit seinen Paraden in der ersten Hälfte noch im Spiel“, sagte der Coach mit Blick auf Keeper Landgraf.
Etwas schlafmützig agierte der TSVA in den ersten Minuten nach Wiederanwurf. Gerade die Spielerwechsel funktionierten nicht effizient genug. „Wo ist euer Fokus?“ brüllte Landgraf in Richtung seiner Mitspieler, nachdem er den Ball zum 15:15-Ausgleichstreffer aus dem Netzt gefischt hatte. Greve reagierte mit einer Auszeit (40.). Doch der TSVA ließ sich vom taktisch überlegenen Spitzenreiter weiter überrumpeln und sah sich beim nicht viel später genommenen nächsten Timeout einem 18:23-Rückstand gegenüber.
Passend zum Spiel der Wölfe landeten auch die zweiten Bälle meist bei den Braunschweigern. Wenn die Altenholzer dann doch mal den MTV-Abwehrriegel knackten, fehlte es im Abschluss an Überzeugung und Präzision. „Zum Schluss kamen wir leider gar nicht mehr rein“, erklärte Schwenke. Dass mit Viktor Szilagyi (6 Tore) nur ein Spieler im gelb-schwarzen Trikot mehr als drei Treffer erzielte, darf als Sinnbild für diese Partie stehen.
TSV Altenholz: Saggau (4 Paraden), Landgraf (12) – Schwenke 2, J. Dahmke 3, Bornhöft, Seebeck 3, Meereis 2, Szilagyi 6/4, Bergemann 3, L. Dahmke, Glindemann 2, Dibbert, Johnsen, Hase 3, Kahmke 2.