Aktuelles

Neues von den Wölfen

Tabellenführer gestürzt! Wölfe feiern bei Glindemann-Abschied Last-Minute-Sieg gegen Aue

Kieler Nachrichten

Besser kann man sich einen Abschied kaum vorstellen: Erst feierte TSVA-Kapitän Hannes Glindemann den späten Siegtreffer gegen Tabellenführer Aue, dann wurde dem Altenholzer Urgestein mit Standing Ovations gehuldigt. Auf der Platte hatte vorher vor allem Julius Schneider mit zehn Toren überragt.

Torge Greve konnte nicht zufriedener sein. Gerade hatte seine Mannschaft vor 440 Zuschauern in der Edgar-Meschkat gegen den Drittliga-Tabellenführer EHV Aue einen Rückstand in einen 31:30 (16:17)-Erfolg gedreht. „Das war für uns ein perfektes Spiel. Die Mannschaft hat nie aufgegeben und weiter an sich geglaubt“, erklärte ein euphorisierter TSVA-Coach.

Die schillernden Figuren des Abends waren der scheidende Kapitän Hannes Glindemann in seinem letzten Heimspiel, Zehn-Tore-Mann Julius Schneider und Schleswig-Holsteins Sportler des Jahres und Last-Second-Torschütze Rasmus Ankermann.

Während die Gäste aus Aue zum Einstimmen das „Steigerlied“ sangen, gab der TSVA den Abschied von Glindemann zum Saisonende bekannt. Nach Spielende hielt der langjährige Kapitän eine Rede. „Ich hatte vor dem Spiel ein wenig Gänsehaut und in den letzten Minuten dann am ganzen Körper. Das Gesamtpaket hat gepasst: Die Halle war voll, die Stimmung war super, und wir haben ein gutes Spiel gemacht“, freute sich Glindemann, der seine Karriere beenden wird.

Auch von Mitspielern und Trainer gab es haufenweise Lob. „Er wird uns als Leader auf und neben dem Feld fehlen. Man sieht einfach, was er für eine Qualität mitbringt“, sagte Greve. „Ich freue mich riesig für Hannes, dass er so ein tolles letztes Spiel hatte“, ergänzte Ankermann. Glindemann selbst freut sich vor allem über neu gewonnene Freizeit. „Ich habe mich für das Privatleben entschieden. Familie und Freunde sind in den letzten Jahren immer hinten runtergefallen“, erläuterte er.

Der Kapitän höchstselbst brachte die Wölfe gegen Aue mit seinem Treffer zum 2:1 das erste Mal in Führung. Es war der erhoffte starke Start für den TSVA, bei dem erstmals seit mehreren Monaten THW-Kiel-Talent Rasmus Ankermann wieder mitwirkte und für Stabilität im Rückraum sorgte. „Ein bisschen mehr Mentalität“, forderte Gästetrainer Uwe Jungandreas schon in der Frühphase der Partie. Doch Altenholz blieb weiterhin die tonangebende Mannschaft und baute die Führung weiter aus. Jungandreas musste früh mit einer Auszeit reagieren.

Die kurze Besinnung zeigte Wirkung. Während Aue etwas aufdrehte, fehlte der Greve-Sieben in der folgenden Phase hinten Zugriff und Paraden sowie vorn das Durchsetzungsvermögen. Zur Pause lagen die Gäste mit einem Tor (17:16) vorn.

Mithilfe von Paraden von Philip Saggau und zwei Treffern von Schneider und Ben Szilagyi ließen die Wölfe nicht abreißen, liefen zwar meist einem knappen Rückstand hinterher, kämpften sich aber stets gemeinschaftlich zurück. „Die Teamchemie ist überragend, das ist der Schlüssel für unseren Erfolg“, erklärte Glindemann die starke Moral des TSVA.

Mit großer Spannung ging es in die Schlussphase. Erst kurz vor dem Ende ordnete Greve das Sieben-gegen-sechs-Überzahlspiel an, um nicht nur in Schlagdistanz zu bleiben, sondern den knappen Rückstand noch zu drehen. Gleichzeitig ließ die Wölfe-Deckung kaum noch etwas anbrennen. Begleitet von stehenden Ovationen des Publikums ergab sich in der letzten Minute die Chance auf den späten Siegtreffer – sechs Sekunden standen noch auf der Anzeigetafel, als Ankermann das entscheidende Tor für den TSV Altenholz erzielte. Es folgte grenzenloser Jubel. Und ein gewohnt cooler Ankermann: „Ich wusste, dass der reingehen wird.“

TSV Altenholz: Saggau (3 Paraden), Landgraf (8) – Schneider 10, Ankermann 4, Bornhöft, Seebeck, Meereis, Szilagyi 6/1, Bergemann 3, L. Dahmke, Glindemann 3, Dibbert, Johnsen, Hase 2, Kahmke 3.

Leave a Reply