Im letzten Heimspiel: TSV Altenholz unterliegt den Füchsen Berlin II mit 27:34
Kieler Nachrichten
Ambivalente Gefühle bei den Akteuren des Handball-Drittligisten TSV Altenholz: Einerseits freuen sich die Wölfe über eine starke Saison, andererseits verliert der TSVA sein letztes Drittliga-Heimspiel der Saison deutlich gegen die Füchse Berlin II. Die Qualifikation für den DHB-Pokal haben die Wölfe im letzten Saisonspiel in der eigenen Hand.
Die Handballer des TSV Altenholz mussten sich im letzten Drittliga-Heimspiel der Saison gegen die Zweitauswahl der Füchse Berlin mit 27:34 (13:17) geschlagen geben. „Bei uns hat heute zu wenig gepasst. Die Spieler waren nicht in Normalform“, sagte TSVA-Trainer Torge Greve. Trotz der Pleite dürfen die Wölfe weiterhin auf eine DHB-Pokal-Teilnahme hoffen: Da die Füchse als Zweitvertretung nicht am bundesweiten Pokalwettbewerb partizipieren dürfen, rückt der Tabellenvierte der Liga nach.
Vor 380 Zuschauern in der Edgar-Meschkat-Halle stand nicht nur der Sport im Vordergrund. Zahlreiche Spieler wurden nach Spielende gebührend gefeiert und verabschiedet. Anderthalb Minuten vor Spielende nutzte Greve sein letztes Timeout, um die Abgänge gebührend zu feiern.
Unter großem Beifall der Zuschauer und der Gäste-Spieler ließen sich Simon Seebeck, Morten Dibbert, Julius Schneider, Noah Schwenke, Linus Dahmke und Marces Johnsen gebührend feiern. Sie alle wechseln den Verein oder hören im Sommer ganz auf. Wie Seebeck, der acht Jahre lang Teil des Wolfsrudels war und im Sommer die Handballschuhe an den Nagel hängt: „Ich war sehr überrascht von der Aktion und musste die ersten Tränen verdrücken“, sagte Seebeck. „Vor dem Spiel war ich sehr aufgeregt und hatte gemischte Gefühle, konnte das gar nicht richtig einordnen. Während des Spiels habe ich mich sehr wohlgefühlt, als ich die Unterstützung der Fans gehört habe.“
Ähnlich gerührt zeigte sich Morten Dibbert. Mit seinen beiden Kindern in den Armen wurde der Rückraumspieler zum Karriereende beglückwünscht. „Die gute Saison macht mir das Aufhören leichter. Ich hätte mir heute aber erhofft, dass wir in der zweiten Hälfte etwas mehr Gegenwehr leisten“, urteilte Dibbert. Lobende Worte für die scheidenden Spieler gab es unter anderem auch vom Cheftrainer. „Wir lassen sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen. Man wird erst im nächsten Jahr merken, welche Qualität und welcher Wert der Mannschaft fehlt“, sagte Greve.
In den 60 Minuten zuvor waren es jedoch die Gäste aus der Hauptstadt, die sich ins Rampenlicht spielten. Schon die deutliche 5:1-Führung nach vier Minuten war ein Vorgeschmack auf den späteren Spielverlauf. Dennoch kämpften sich die Wölfe erfolgreich in die Partie und lagen nach einem Drittel sogar mit 10:8 vorn. „Da haben wir endlich die Intensität hineinbekommen“, sagte Greve. Diese ging den Wölfen in der Folge abhanden.
Einige Zwei-Minuten-Strafen, ungenaue Abschlüsse und schlecht herausgespielte Überzahlsituationen brachten die Partie erneut ins Schwanken. Zwischen der 47. und 54. Minute zog der Füchse-Nachwuchs entscheidend von 22:20 auf 30:22 davon. „Da sieht man die brutale Qualität der Füchse. Wir haben nie das Momentum auf unsere Seite bekommen“, analysierte Greve, der auf mehrere Leistungsträger verzichten musste.
Dennoch: Das Fazit zur Saison fällt durchweg positiv aus. „Wir können stolz sein auf das, was wir bisher erreicht haben. Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, dass wir im letzten Heimspiel um Platz drei spielen, hätte ich das dankend angenommen“, erklärte Greve. Und noch ist die Saison ja nicht vorbei. Am letzten Spieltag reist der TSVA nach Sachsen zum SV Plauen-Oberlosa. Gewinnen die Wölfe ihr letztes Spiel, so sind sie sicher für den DHB-Pokal qualifiziert. Anwurf ist am Sonnabend um 19 Uhr.
TSV Altenholz: Saggau (4 Paraden), Landgraf (3) – Schneider 5, Bornhöft 1, Seebeck 4, Meereis 1, Szilagyi 6/3, Bergemann 2, L. Dahmke 3, Dibbert 1, Johnsen 2, Hase 2, Kahmke.